Der Pinsel und der Archäologe: Ein Klischee?

Wir werden häufig gefragt, wie fein wir arbeiten und ob – wie es in den Dokumentationen oft zu sehen ist – der Pinsel zum Einsatz kommt.
Bei der Wahl des idealen Werkzeugs passen wir uns an die einzelnen archäologischen Schichten an, da sich diese meist aus unterschiedlichen Materialien zusammensetzen. Zum Beispiel wird fast immer die englische Kelle zum Putzen der Oberfläche und zum Abbau einer Schicht verwendet, da man mit dieser recht gut Grob- und Feinarbeiten erledigen kann.

Wann packen wir nun aber den Pinsel aus?

Es macht keinen Sinn normales Erdmaterial zu pinseln, da man dessen Oberfläche und somit auch die Grenze der Schicht meist verwischt.
Der Pinsel kommt erst bei Steinsetzungen und Mauern zum Einsatz, da sich diese mit anderem Werkzeug schlecht säubern lassen. Auch bei der vorsichtigen Reinigung von Funden, welche wir in der Originallage (in situ) fotografieren möchten, ist er ideal verwendbar.

Letzten Endes erfüllen wir also manchmal doch das Klischee des pinselnden Archäologen.

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