Georadar? Georadar!

Eure Bloggerin richtet sich an euch: ich bin Laura, Studentin des Kulturmanagements und der Anglistik. Mit Archäologie hatte ich bis vor eineinhalb Wochen noch nichts am Hut. Doch mittlerweile bin ich mittendrin im Geschehen: auf der Grabung in Hallstatt habe ich nun als Ferialpraktikantin des OÖ Landesmuseums die Möglichkeit, die Ausgrabung in der römischen Siedlung Hallstatt mit eigenen Augen mitzuverfolgen. Und natürlich für euch zu dokumentieren!

Aufgrund meines eigenen limitierten Erfahrungsbereichs hatte ich anfangs keine Ahnung von etlichen Begriffen, die hier offensichtlich Alltagssprache sind (Prospektion? Geophysik? Georadar?). Nachdem ich mich nun mit der Sprache der Archäologen beschäftigt habe, ist es mir ein besonderes Anliegen, ein paar Begriffe nach für nach auch für euch zu erklären.

Beginnen wir mit dem Begriff Georadar:

Ein Georadar, auch Bodenradar genannt, misst Störungen in den oberen Schichten des Erdbodens durch Reflexion elektromagnetischer Strahlung. In der Geophysik dient er zur Untersuchung des Bodens und umfasst bei archäologischen Untersuchungen meinst mehrere Meter. Damit kann zum Beispiel Mauerwerk oder massive Schüttungen genau festgestellt werden.


Tiefenscheibe von einem Radargramm

Im Jahr 2014 wurden mehrere Flächen in Hallstatt mit dem Georadar gemessen. Dabei konnte festgestellt werden, dass mit archäologischen Befunden in Form von (vermutlich römerzeitlichem) Mauerwerk zu rechnen ist, welche am deutlichsten im Tiefenbereich von -80 bis -130 cm feststellbar sind. Es ist jedoch auch nachgewiesen worden, dass die Grabungsdokumentation der 1950er Jahre mit der aktuellen Bodenradarmessung nicht hundertprozentig korreliert. Aus diesem Grund versucht das Grabungsteam nun innerhalb von drei Wochen diese Unstimmigkeiten abzuklären.


Das Prospektionsteam 2014

Das Journal

… berichtet über aktuelle Themen zur Archäologie mit dem Schwerpunkt Österreich.

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