Museen in OÖ
Mit archäologischen Sammlungen

Altheim
Römermuseum Altheim
1991 begann das Institut für Klassische Archäologie der Universität Wien, römerzeitliche Landgüter in Altheim zu erforschen. Die Ergebnisse dieser archäologischen Feldforschungen können im Ochzethaus, einem Holzbau mit bemaltem Sägedekor aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, besichtigt werden.
Im Vorfeld der Landesausstellung 2018 in Enns, Schlögen und Oberranna, konnten Archäologiestudentinnen und -studenten der Universität Salzburg unter der Leitung erfahrener Experten und im Austausch mit dem „Verein Zeitspuren Altheim“ ein neues Museumskonzept ausarbeiten. Neben zeitgemäßer multimedialer, erlebnisorientierter Vermittlung wird nach wie vor ein Hauptaugenmerk auf die Präsentation der zahlreichen römerzeitlichen Exponate gelegt.Besonders für Schulklassen empfiehlt sich das Römermuseum mit seinen altersgemäßen Vermittlungsangeboten als spannende Ergänzung zum klassischen Unterricht.

Bad Goisern
Heimat- und Landlermuseum
Das Heimat- und Landlermuseum ist im ehemaligen Auszugshaus der Goiserer Mühle untergebracht. Im Heimatmuseum werden die Erzeugung der berühmten Goiserer Bergschuhe, das Schützenwesen, die Goiserer Geigen sowie Erinnerungsstücke an Goiserer Persönlichkeiten präsentiert. Das Landlermuseum informiert über die Geschichte und Kultur der im 18. Jahrhundert nach Siebenbürgen ausgewanderten Emigranten, der Landler und deren Nachkommen. Ergänzt wird die Sammlung durch einige archäologische Exponate, beginnend bei neolithischen Steinbeilen, über hallstattzeitlichen Bronzeringen, römische Hipposandalen bis zu frühmittelalterlichen Lanzenspitzen.

Bad Wimsbach
Tempus.
Museum für Archäologie
Nach einer etwa zweijährigen Planungs- und Umsetzungszeit eröffnete am 18. Mai 2014 das Tempus. Museum für Archäologie in Bad Wimsbach-Neydharting seine Pforten für das Publikum. Dieses neue und sehr innovativ gestaltete Spezialmuseum ersetzt nun das ehemalige Heimatmuseum der Gemeinde.
Grundlage und Ausgangspunkt für die inhaltliche Konzeption sind die archäologischen Befunde in und um Bad Wimsbach. Diese bezeugen eine Besiedlung der Region für die Bronzezeit, die Hallstattzeit (ältere Eisenzeit), die römische Kaiserzeit und das Frühe Mittelalter.
Besonders hervorzuheben sind dabei aber die Funde aus der Hallstattzeit. Neben Waffen und Schmuck aus Hügelgräbern sind es vorwiegend die Nachweise für eine hallstattzeitliche Siedlung und dabei ganz besonders für Eisengewinnung, die dem Fundort Bad Wimsbach überregionale Bedeutung verleihen. Der Nachweis von hallstattzeitlicher Eisengewinnung ist für Österreich nahezu einzigartig. Und in dieser Bedeutung liegt auch der Ausgangspunkt für die Neukonzeption des ehemaligen Heimatmuseums zum Archäologiemuseum Tempus.

Braunau
Bezirksmuseum Braunau – Herzogsburg
Die kulturhistorischen Sammlungen der Stadtgemeinde Braunau am Inn sind in zwei Gebäuden untergebracht, deren Geschichte bis in die Zeit der Gotik zurückreicht. Zu den beachtenswerten Exponaten des Museums zählen eine Wandelkrippe aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit rund 200 Figuren, ein spätgotischer Kruzifix aus dem Umkreis des Hans Leinberger (1480-1531) und ein Hl. Wolfgang, der dem engsten Pacher-Kreis zuzuschreiben ist. Die archäologische Sammlung zeigt unter anderem den berühmten hallstattzeitlichen “Uttendorfer Goldhalsring” in Kopie sowie eine seltene Schnabelkanne aus Ton. Schautafeln informieren über die Bodenfunde aus dem Bezirk Braunau von der Ur- und Frühgeschichte bis zur Neuzeit.

Enns
Museum Lauriacum
In einer der bedeutendsten römerzeitlichen Schausammlungen Österreichs wird die Vielfalt römischer Kultur im wichtigsten militärischen Stützpunkt am Donaulimes in der Provinz Noricum präsentiert. Die monumentale Bauinschrift des Legionslagers Lauriacum, militärische Ausrüstungsgegenstände, Grabdenkmäler, zahlreiche Zeugnisse des römischen Alltagslebens, ein einzigartiges Deckenfresko und ein spätantikes Stofffragment sind unter den zahlreichen Exponaten besonders hervorzuheben. Aspekte der mittelalterlichen und neuzeitlichen Stadtgeschichte von Enns vermitteln unter anderem alte Ansichten, historische Waffen, der Ratssaal mit seinen prächtigen Gemälden und der Raum mit sakralen Kunstgegenständen.

Freistadt
Mühlviertler Schlossmuseum
Das Gebäude, das die umfangreiche Sammlung von mehr als 20.000 Objekten beinhaltet, ist das ehemalige Freistädter Schloss, dessen Errichtung in das 14. Jahrhundert zurückreicht. Das Schlossmuseum in Freistadt umfasst vier große Schwerpunkte: Volkskunde, Handwerk, Hinterglasmalerei sowie Zoll- und Finanzgeschichte. Mit 500 Hinterglasbildern ist die Sammlung im Schlossmuseum die österreichweit bedeutendste. Einen Höhepunkt des Schlossmuseums bildet die so genannte Türmerstube, die im Originalzustand erhalten ist. Von hier aus bietet sich den Gästen auch ein wunderbarer Blick auf Freistadt und die Umgebung. Die archäologische Sammlung beinhaltet Fundstücke aus der näheren Region um Freistadt.

Gallneukirchen
Heimathaus Gallneukirchen
Das Heimathaus Gallneukirchen zeigt Objekte ausgestorbener Gewerbe und Handwerksbetriebe der Region. Zu sehen sind eine Schusterwerkstätte, eine Schneiderei, eine funktionierende Schmiede, Werkzeuge des Glaserhandwerks, kleines bäuerliches Gerät sowie Gerätschaften und Werkzeuge in Miniatur. Zudem können die Besucherinnen und Besucher den Gemeindekotter besichtigen. Neben vielen interessanten Einzelexponaten sind besonders die Kirchenuhr aus dem Jahre 1774, eine über 120 Jahre alte Kastengrippe sowie die urgeschichtliche Sammlung von Dr. Josef Kneidinger erwähnenswert.

Gmunden
K-Hof Kammerhof Museum Gmunden
Das K-Hof Kammerhofmuseum Gmunden bieten einen chronologischen Querschnitt durch die Geschichte der Stadt und des Traunseegebiets von den erdgeschichtlichen Anfängen bis in das 21. Jahrhundert. In zahlreichen Schwerpunktthemen von der Keramikproduktion über das römische und mittelalterliche Gmunden bis zur Kurstadt Gmunden und einer bedeutenden Sammlung sanitärhistorischer Objekte wird diese Geschichte dargestellt. Auch der Archäologie ist dabei immer wieder Platz gewidmet. Das älteste vollständig erhaltene Keramikgefäß der Stadt ist 3500 Jahre alt und stammt aus einem bronzezeitlichen Gräberfeld.

Hallstatt
Welterbemuseum Hallstatt
Das seit 1898 existierende Museum führt in 26 Themenschwerpunkten, die von den jungsteinzeitlichen Entwicklungen über den prähistorischen Salzbergbau zu den Kelten und Römern und das Mittelalter in die Neuzeit und Gegenwart führen, die Geschichte Hallstatts. Die bedeutenden Erforscher der Hallstattkultur (Ramsauer, Simony, Engl und Morton) finden ebenso ihren Platz wie die reichen Funde und Schätze des Gräberfeldes. Neben Volkskundlichen und sozialgeschichtlichen Themen werden auch die Bedeutung Hallstatts für die Entwicklung der protestantischen Glaubensgemeinschaft in Oberösterreich und der Naturlebensraum eingehend geschildert. Die touristische Entwicklung Hallstatts und die Bedeutung als Weltkulturerbe führen bis in unsere Zeit.

Katsdorf
Karden- und Heimatmuseum
Im alten Schulhaus am Kirchenplatz in Katsdorf werden in neun Schauräumen die Lokalgeschichte und das Wirtschaftsleben des Ortes präsentiert. Das Karden- und Heimatmuseum Katsdorf wurde 1988 vom ansässigen Heimatverein mit dem Schwerpunkt auf der Ortsgeschichte eröffnet. Prähistorische und Mittelalterliche Einzelfunde runden als kleine archäologische Sammlung des Museum ab.

Leonding
Turm 9 – Stadtmuseum Leonding
Untergebracht im Apollonia-Turm der ehemaligen Maximilianischen Befestigungsanlage, die in den Jahren 1830 bis 1833 als Verteidigungsring um Linz errichtet wurde, ist das Museumsgebäude an sich bereits ein kulturgeschichtlich wertvolles Zeugnis der Baukunst des Biedermeier. Auf 800m² Ausstellungsfläche wird im Stadtmuseum Leonding die Geschichte der Region anhand von natur- und kulturhistorisch wertvollen Exponaten erlebbar. Die archäologischen Themen der frühen Besiedlung durch Reste eines keltischen Opferschachts, eines Bajuwarengrabs, Waffen und Werkzeugen aus verschiedenen Epochen werden ebenfalls anschaulich präsentiert. Mit “Leondine”, dem Mädchen aus der Steinzeit, wird einem besonderen regionalgeschichtlichen Thema Rechnung getragen.

Linz
Schlossmuseum Linz
Die Archäologische Sammlung wird derzeit nicht gezeigt.

Mauthausen
Heimatmuseum Mauthausen
Zu den Sammlungen des Heimatmuseums im Schloss Pragstein gehören Funde aus dem Neolithikum, die bezeugen, dass die Gegend um Mauthausen schon früh besiedelt war. Große Bedeutung hatte für den Markt Mauthausen die Schifffahrt – diese bildet auch einen thematischen Schwerpunkt des Museums. Daneben prägten Salzhandel, Salztransport und Granitabbau die Geschichte des Donaumarktes Mauthausen. Zu besichtigen sind zudem zahlreiche Schmuckobjekte des bedeutenden Stahlschnittkünstlers Hans Gerstmayr (1882–1987).

Mitterkirchen
Keltendorf Mitterkirchen
In den 1980er Jahren wurden bei Ausgrabungen des OÖ. Landesmuseums 80 reich ausgestattete Gräber der frühen Hallstattzeit (700 v. Chr.) archäologisch untersucht und geborgen. Die große Bedeutung des Fundortes veranlasste die Gemeinde in Kooperation mit den Landesmuseen zur Errichtung eines Freilichtmuseums. Ziel ist die Darstellung hallstattzeitlichen Lebens sowie des Grabbrauches. Unterschiedliche Wohngebäude, eine Webhütte, ein Speicherbau, ein Brotbackhaus und ein Töpferofen zeigen in vielen Details die Lebensumstände der Menschen in der Urgeschichte. Der Grabhügel wird seit einigen Jahren regelmäßig für Sonderausstellungen zu verschiedenen Themen genutzt, welche die Möglichkeit bieten, die im Landesmuseum aufbewahrten Originale direkt am Fundort auszustellen.

Mondsee
Pfahlbau- und Klostermuseum
Mondsee war aufgrund der Funde seit dem 19. Jahrhundert namengebend für die oberösterreichische Ausprägung einer etwa 5000 Jahre alten, spätneolithischen Kulturerscheinung, die entlang der alpenländischen Seen auftrat und in den verschiedenen Pfahlbaukulturen, von denen die Mondseekultur nur eine ist, zusammengefasst wird. Die entsprechenden archäologischen Funde sind ein Schwerpunkt des Museums, das zudem einen Einblick in die Klostergeschichte Mondsees aber auch in die Volkskultur des Mondseelandes gibt.

Oberranna
Römerburgus Oberranna
In dem für die OÖ. Landesausstellung 2018 errichteten Schutzbau in Oberranna wird das mit Abstand besterhaltene römische Bauwerk Oberösterreichs präsentiert. Die Besucherinnen und Besucher bewegen sich auf einer zum Teil schwebenden Steganlage in Stahl-Holzkonstruktion über einem spätantiken Quadriburgus.

Perg
Heimathaus-Stadtmuseum Perg
Im Stadtmuseum Perg werden vor allem der Mühlviertler Granit und seine Verarbeitung, die lange Geschichte der Perger Mühlsteinhauerzunft und der Kaolinabbau in der Region thematisiert. Die Archäologie im Perg Bezirk wird anhand ur- und frühgeschichtlicher Artefakte (z. B. aus Auhof bei Perg) und mittelalterlicher Grabungsfunde von der Burgruine Mitterberg – dem ehemaligen Verwaltungszentrum – vorgestellt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Perger Hafnerkunst, die im späten 17. und frühen 18. Jh. ihren Höhepunkt hatte.

Schärding
Stadtmuseum Schärding
Schon im Jahr 1905 stellte die Stadtgemeinde Schärding dem im selben Jahr gegründeten Musealverein das äußere Burgtor als Ausstellungs- und Bewahrungsort zur Verfügung. Heute präsentiert das Stadtmuseum in seinen Schauräumen einen Querschnitt durch die verschiedenen historischen Epochen Schärdings, beginnend mit prähistorischen Ausgrabungen und der frühen Siedlungsgeschichte über Innschifffahrt und Handwerkszünfte bis zur bürgerlichen Alltagskultur des 19. Jhs. und zeitgeschichtlichen Elementen des 20. Jhs. Neben der religiösen Volkskunst bilden Meisterwerke der gotischen und barocken Schnitzkunst einen besonderen Schwerpunkt der Sammlung des Schärdinger Museums.

Schlögen
Römerbad & Römerpark Schlögen
Der im Zuge der OÖ. Landesausstellung 2018 über den Ruinen eines römischen Badegebäudes errichtete Schutzbau vor der Freizeitanlage bildet das Herzstück des Römerparks Schlögen. Hier können die Besucher/innen in die römische Badekultur eintauchen. Das Gebäude der römischen Zivilsiedlung von Schlögen wurde 2014/15 vollständig ausgraben und 2018 mit einem Schutzbau versehen.

Schwanenstadt
Heimatmuseum Schwanenstadt
Das Heimatmuseum Schwanenstadt ist in einer Villa aus der Zeit des Historismus untergebracht, die auf einem historisch bedeutsamen bajuwarischen Gräberfeld errichtet worden ist. Hier wurden in den letzten 50 Jahren ca. 80 Gräber aus der bairischen Besiedlungszeit des 6. und 7. Jahrhunderts ausgegraben. Im Heimatmuseum Schwanenstadt werden vier Schwerpunkte gezeigt, die sich durch eine klare sowie übersichtliche inhaltliche und gestalterische Linie auszeichnen: Stein- und Bronzezeit, Römerzeit, Stadtgeschichte sowie Schwanenstadt als Ort des Gewerbes und der Zünfte. Einige Funde aus dem bajuwarischen Gräberfeld sind in diese Schwerpunktsetzung integriert.

St. Georgen/Attergau
Haus der Kultur
In einer neuen Ausstellung im Haus der Kultur sind die Funde aus drei eisenzeitlichen Gräbern vom Dienstberg und Baumer Holz neben anderen archäologischen Funden aus dem Attergau zu sehen. Die beiden anderen Ausstellungen widmen sich den Leben des Dichters und Komponisten Johann Beer (1655–1700) und des Naturwissenschaftlers, Lehrers und Malers Prof. Erich Wilhelm Ricek (1915–1991).

Vöcklabruck
Heimathaus-Stadtmuseum Vöcklabruck
Die Sammlungen bieten einen Querschnitt durch das bäuerliche und bürgerliche Leben und Wohnen in Vöcklabruck. Neben Kunstwerken aus den verschiedensten Stilepochen sind eine geschnitzte Grablegung Christi aus der Zeit der Gotik und eine reich verzierte Holzdecke aus dem Jahr 1639 besondere Höhepunkte. Hinzu kommen eine umfangreiche Sammlung von Resten der Pfahlbauten aus dem Atterseegebiet und Mosaiken und Modelle der römischen Villen von Weyregg am Attersee. Zudem sind Waffen vom ausgehenden Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert, zahlreiche besonders schöne Zunft- und Hauszeichen sowie Zunfttruhen zu sehen.

Wels
Stadtmuseum Wels – Minoriten
Archäologische Sammlung
Die Archäologische Sammlung präsentiert sich als abwechslungsreiches Erlebnismuseum, das in sehr offener und für die Besucherinnen und Besucher anschaulicher Weise die frühe Geschichte von Wels beleuchtet und dokumentiert. Reichhaltiges Fundmaterial wie Werkzeuge, Waffen und Schmuck veranschaulichen die Zeit von 5000 bis 750 v. Chr. Die Bedeutung des römischen Ovilavis, so der lateinische Name, als Handelszentrum und Provinzhauptstadt Ufernorikums bildet den Schwerpunkt des Museums. Das frühe Christentum bildet den Ausklang der Antike. Hier muss vor allem der berühmte Grabstein erwähnt werden, der auf eine Christin namens Ursa verweist. Einen weiteren Höhepunkt des Museums stellt die Kultur der Bajuwaren dar, die durch ihre raffinierten handwerklichen Fähigkeiten hervorsticht.

Windischgarsten
Heimatmuseum Windischgarsten
Im Heimatmuseum, das seinen Schwerpunkt in der Geschichte des Ortes sieht, können Holzknechtwerkzeuge, Geräte aus der alten Apotheke von Windischgarsten und Exponate aus dem Bereich der Volkskultur betrachtet werden. In den weiteren Räumen sind Sammlungsobjekte zur bäuerlichen Kunst und aus dem Bereich des Handwerks ausgestellt. Außergewöhnlich sehenswert sind die antiken Funde im Römerzimmer, die bei mehreren Grabungen nach der römischen Poststation Gabromagus zutage gekommen sind. Österreichweit einzigartig ist eine gut erhaltene Bronzekanne aus dem 2. Jahrhundert.