Villa Kirchberg

Archäologische Forschungen in Sauldorf (Kirchberg bei Mattighofen)

Do, 28. Mai 2026, 19.00

Vortrag im Dorfwirt Kirchberg bei Mattighofen

Eva Thysell (Gesellschaft für Archäologie in OÖ),
Klaus Löcker (GeoSphere Austria),
Stefan Traxler (OÖ Landes-Kultur GmbH)

Ein blindes Pferd, ein heiliger Brunnen und ein römischer Gutshof.

Der „Heilige Brunnen“ bei Sauldorf in der Gemeinde Kirchberg bei Mattighofen ist seit Jahrhunderten ein besonderer Ort – umrankt von einer Sage über eine wundersame Heilung und eingebettet in die eindrucksvolle Kulturlandschaft des Innviertels. Doch unter den umliegenden Feldern verbirgt sich noch eine ganz andere Geschichte:

Bereits im frühen 19. Jahrhundert berichtete der Mattighofener Landrichter und Heimatforscher Johann Andreas Seethaler von römischen Funden in diesem Gebiet und vermutete hier den Standort eines römischen Gutshofes. Lange Zeit blieb diese Beobachtung jedoch unbestätigt. Erst moderne geophysikalische Untersuchungen der letzten Jahre konnten zeigen, dass sich unter den landwirtschaftlich genutzten Flächen tatsächlich umfangreiche bauliche Strukturen erhalten haben. Die Messungen belegen einen römischen Gutshof mit Hauptgebäude, mehreren Nebengebäuden und einer Umfassungsmauer, der sich über eine Fläche von mindestens zwei Hektar erstreckte. Der Vortrag stellt die Geschichte des Ortes, die Forschungsgeschichte sowie die Ergebnisse der jüngsten Untersuchungen vor und ordnet den Fundplatz in die römische Siedlungslandschaft des südlichen Innviertels ein.

Visualisierung der römischen Villa im Gelände. Foto: Stefan Traxler, Visualisierung: Eva Thysell.

Die geophysikalischen Messungen wurden von GeoSphere Austria durchgeführt und von der OÖ Landes-Kultur GmbH finanziert. Für die freundliche Unterstützung und ihr Entgegenkommen danken wir allen GrundstückseigentümerInnen und der Gemeinde Kirchberg herzlich.


Bevorstehende Veranstaltungen:

Faventina und Ursinus

Do, 15. Oktober ’26, 18.30

Vortrag im Kultos Ostermiething

Stefan Traxler (OÖLKG)

Beim Ab­bruch eines Hau­ses in Oster­miething wurde eine rö­mi­sche Stein­kis­te mit In­schrift ent­deckt. Sie er­in­nert an einen Guts­ver­wal­ter, des­sen Urne mit Sicher­heit von einem na­he­ge­le­ge­nen rö­mi­schen Gut­shof stammt, auf dem er und seine Frau ge­ar­bei­tet ha­ben.

Die Baracken der 1. Kohorte

Do, 26. November ’26, 18.30

Vortrag im Museum Lauriacum, Enns

Fabian Auer (Uni Innsbruck), mit Beitrag von Laurin Holzleitner (Museum Lauriacum)

Die Ausgrabung 2017 in Enns unter­suchte die Ba­ra­cken der Ersten Ko­horte. Sie klärte Bau­phasen und Um­bau­ten von 171/180 bis ins 4. Jh. n. Chr., be­son­ders die Um­ge­stal­tung zu Kor­ridor­ka­ser­nen im späten 3. Jh..