Stadl­gasse – Ploch­berger­gründe – Schloss­park Hohen­lohe

Aktuelle Forschungen und neue Erkenntnisse zur Siedlungsentwicklung von Lauriacum/Enns

Do, 27. April 2023, 18.30

Vortrag im Museum Lauriacum Enns

Mag. Eva Thysell (Universität Innsbruck) / Klaus Löcker – Mag. Mario Wallner (ZAMG Archeo Prospections)

Bereits ab der Mitte des 19. Jahrhunderts fanden sich südlich der Stadlgasse im Bereich des Schlossparks Hohenlohe und des Meierhofes Plochberger mehrere römische Steindenkmäler und Urnen. Aber erst mit ersten umfangreichen Ausgrabungen in den 1970er Jahren wurde die Gelegenheit ergriffen, sich diesem Fundplatz auch archäologisch näher zu widmen.

Foto der Ausgrabungen Plochberger 1972 – 1976. Situation im Jahr 1973. Foto: H. Ubl, BDA.

Weitere großflächige Ausgrabungen auf den Plochbergergründen in den Jahren 1998-2000 sowie 2013 – 2014 erweitern das Bild dieses römischen Siedlungsbereichs enorm. Im Jahr 2021 fanden darüber hinaus geophysikalische Untersuchungen mittels Georadar im Schlosspark Hohenlohe-Öhringen, durchgeführt von ZAMG Archeo Prospections, statt. Dieser bislang völlig unerforschte Bereich stellt ein wichtiges Puzzleteil der zivilen Siedlungsräume in Lauriacum/Enns dar.

Die Erforschung dessen liefert nun einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis der Lagervorstädte und deren Entwicklung, denn der Wandel der Siedlung im Laufe der Zeit spiegelt sich hier besonders eindrücklich wider. Anhand der bisherigen Erkenntnisse lässt sich ein mehrmaliger Funktionswandel – von Gräberfeld zu zivilem Siedlungsbereich und wiederum zu einem Bestattungsplatz – nachweisen. Die römischen Aktivitäten lassen sich dabei grob von der Mitte des 1. bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts datieren. Eine für Lauriacum/Enns einmalige Zeitspanne, die nicht nur Erkenntnisse über die Entwicklung der Siedlung, sondern auch einen Einblick in das Leben und Sterben deren Bewohner birgt.


Bevorstehende Veranstaltungen:

Rö­mische Städte

Marjeta Sasel Kos, Peter Scherrer (Hrsg.)
The autonomous towns of Noricum and Pannonia / Die autonomen Städte in Noricum und Pannonien
Situla 40 – 42, 2002-2004

Lochen – Latène­zeitliche Viereck­schanze

2006 konnte in einer Kooperations-Grabung von OÖ. Landesmuseen und Universität Wien (Lehrgrabung) die angeblich latènezeitliche Viereckschanze von Lochen untersucht und als neuzeitliche Anlage interpretiert werden. Die vorab durchgeführte Prospektion wurde von der Gesellschaft für Archäologie finanziert.