Neubau

ausgewählte Aspekte einer jüngerlatènezeitlichen Großsiedlung in Oberösterreich

Do, 27. Oktober 2022, 18.30

Vortrag in der Welser Straße 20

Robin Franke, MA (LMU München)

Seit 2020 wird vom Referenten ein Teil des Fundmaterials und der Grabungsdokumentation der jüngerlatènezeitlichen Fundstelle bei Neubau im Rahmen eines Dissertationsvorhabens bearbeitet.
Die Siedlung ist charakterisiert durch eine komplexe räumliche Gliederung mit enger, urban anmutender Bebauung und ein reichhaltiges Fundspektrum, durch das die Präsenz unterschiedlicher Handwerkszweige belegt wird. Der zeitliche Schwerpunkt umfasst vor allem die jüngere Latènezeit, wenige Objekte römischer Provenienz lassen jedoch das Ende der Laufzeit unklar erscheinen.

Gebäuderekonstruktionen über Befundplan. Darstellung: Thomas Simeth.

Die Siedlung scheint neben einer Funktion als lokaler Marktort und Produktionszentrum auch eine Überregionale Bedeutung gehabt zu haben, wie Verbindungen im Fundmaterial zu verschiedenen weiteren bedeutenden Ansiedlungen der jüngeren Latènezeit in Oberösterreich andeuten. Gerade vergleichbare Objekte im bekannten Salzbergwerk in Hallstatt bzw. der zugehörigen Siedlungstelle auf der Dammwiese deuten einen Rolle der Neubauer Siedlung bei der Distribution von Salz an. Vor diesem Hintergrund sollen einige Aspekte der Großsiedlung in der Welser Heide präsentiert werden.


Bevorstehende Veranstaltungen:

Rö­mische Städte

Marjeta Sasel Kos, Peter Scherrer (Hrsg.)
The autonomous towns of Noricum and Pannonia / Die autonomen Städte in Noricum und Pannonien
Situla 40 – 42, 2002-2004

Lochen – Latène­zeitliche Viereck­schanze

2006 konnte in einer Kooperations-Grabung von OÖ. Landesmuseen und Universität Wien (Lehrgrabung) die angeblich latènezeitliche Viereckschanze von Lochen untersucht und als neuzeitliche Anlage interpretiert werden. Die vorab durchgeführte Prospektion wurde von der Gesellschaft für Archäologie finanziert.