Grab­geschich­ten. Archäo­logische Ein­blicke in das Gräber­feld „Am Stein“

und das Leben im Frühmittelalter im Raum Micheldorf

Di, 29. April 2025, 18.30

Vortrag im Sensen Museum Micheldorf, in Kooperation mit der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreich

Ass.-Prof. PD Mag. Dr. Barbara Hausmair und Jennifer Portschy, MA (beide Universität Innsbruck)

Aufgeworfene Erdhügel, tiefe Grabschächte, Skelette und fleißige Archäolog*innen: dieses Bild hat sich in den letzten drei Jahren jeden Sommer entlang der Flugplatzstraße in Micheldorf geboten. Seit 2021 untersucht die Universität Innsbruck mit Unterstützung des Land OÖ dort im Rahmen von archäologischen Ausgrabungen ein frühmittelalterliches Gräberfeld auf dem Grundstück der Familie Schersch. Der Bestattungsplatz „Am Stein“ wurde erst 2016 zufällig entdeckt und ist neben den bereits bekannten Gräberfeldern in Kremsdorf und auf dem Georgenberg nun der dritte Friedhof des Frühmittelalters in Micheldorf – eine für Oberösterreich bemerkenswerte Dichte.

Grabungs­teilnehmer:innen beim Frei­legen von Gräbern. Foto: Barbara Hausmair.

Mittlerweile konnten fast 100 Bestattungen ausgegraben werden. Archäologische Untersuchungen der einfachen Beigaben aus den Gräbern von Kindern, Frauen und Männern sowie anthropologische Analysen der Knochen geben Auskunft über die lokalen Lebensbedingungen und die Gesellschaft vor ca. 1200 Jahren. Im Vortrag werden die aktuellen Zwischenergebnisse des Forschungsprojektes präsentiert, Einblicke in die Frühgeschichte von Micheldorf geboten und auch Fragen nach der Bedeutung des Kremstals als innereuropäische Kulturkontaktzone in der Karolingerzeit gestellt.


Bevorstehende Veranstaltungen:

Rö­mische Städte

Marjeta Sasel Kos, Peter Scherrer (Hrsg.)
The autonomous towns of Noricum and Pannonia / Die autonomen Städte in Noricum und Pannonien
Situla 40 – 42, 2002-2004

Lochen – Latène­zeitliche Viereck­schanze

2006 konnte in einer Kooperations-Grabung von OÖ. Landesmuseen und Universität Wien (Lehrgrabung) die angeblich latènezeitliche Viereckschanze von Lochen untersucht und als neuzeitliche Anlage interpretiert werden. Die vorab durchgeführte Prospektion wurde von der Gesellschaft für Archäologie finanziert.