Die mittel­neo­lithischen Siedlungs­be­stat­tungen von Ölkam

Erste Ergebnisse zum Kontext und Umfeld zweier der ältesten bekannten Bestattungen aus Oberösterreich

Do, 23. September 2021, 18.30

Vortrag in der Welser Straße 20

Doris Jetzinger, MA (Universität Wien)

Die mittel­neolithische Siedlung von Ölkam bei St. Florian ist unweit westlich der 1986 entdeckten Kreisgrabenanlage gelegen. Zusammen mit dieser wurde sie zwischen 1992 und 1997 in einem Forschungsprojekt des oberösterreichischen Landes­museums teilweise ergraben und archäologisch untersucht. Unter dem umfangreichen Fundmaterial stechen vor allem zwei Fundposten hervor: zwei Kinder­bestattungen, die in den mittel­neolithischen Siedlungsgruben entdeckt wurden. Im Rahmen einer Master­arbeit werden diese beiden Bestattungen nun zusammen mit einem Teil des Siedlungs­areals erstmals eingehender erforscht.

Drei übereinander gelegte Visualisierungen eines 3D-Modells der Bestattung N2 aus Ölkam. Foto und 3D-Modell: Doris Jetzinger, Geert Verhoeven.

Verschiedene naturwissenschaftliche Untersuchungen wie 14C-Datierung und Stabilisotopenmessung geben Auskunft über das tatsächliche Alter der Bestattungen und ihren Erhaltungszustand. Vergleiche mit anderen Bestattungen aus demselben Zeithorizont ermöglichen Rückschlüsse auf mögliche Bestattungssitten. Auch die Datierung, die kulturelle Zuordnung und die Funktion der Siedlungsgruben und des Fundmaterials stellen wichtige Themen dar. Die ersten Forschungsergebnisse aus dem Projekt liefern spannende Einblicke in Aspekte des Lebens und Sterbens im Mittelneolithikum im Gebiet des heutigen Oberösterreich.


Bevorstehende Veranstaltungen:

Rö­mische Städte

Marjeta Sasel Kos, Peter Scherrer (Hrsg.)
The autonomous towns of Noricum and Pannonia / Die autonomen Städte in Noricum und Pannonien
Situla 40 – 42, 2002-2004

Lochen – Latène­zeitliche Viereck­schanze

2006 konnte in einer Kooperations-Grabung von OÖ. Landesmuseen und Universität Wien (Lehrgrabung) die angeblich latènezeitliche Viereckschanze von Lochen untersucht und als neuzeitliche Anlage interpretiert werden. Die vorab durchgeführte Prospektion wurde von der Gesellschaft für Archäologie finanziert.