Archäo­logischer Herbst in Oberösterreich ’16

22. 09. – 06. 11. 2016

Seit 10 Jahren bemüht sich die Gesellschaft für Archäologie in Oberösterreich darum, ihren Mitgliedern und allen Interessierten die archäologischen Hinterlassenschaften unseres Bundeslandes näher zu bringen. Wir wollen dabei genauso auf archäologisches Welterbe und laufende Grabungs- bzw. Forschungsprojekte eingehen wie die neuesten Erkenntnisse der Archäologie und ihrer vielfältigen Methoden präsentieren.

Wir nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, um nach fünf Jahren wieder einen Archäologischen Herbst zu veranstalten. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltungsreihe steht natürlich unser gemeinsames archäologisches Erbe, das wir dank der Kooperation mit dem Museum Lauriacum in Enns, dem Oberösterreichischen Landesmuseum und dem Ars Electronica Center in einzigartiger Weise und in bisher noch nie gesehenen Bildern darstellen können.


Programm

Vortrag im Museum Lauriacum, Enns

Dr. Hannsjörg Ubl (langjähriger Ausgräber in Enns)
Dieser Vortrag wird als öffentlicher Festvortrag im Rahmen des Colloquium Lauriacum abgehalten.

Ausgehend von einer Straßenstation am Schnittpunkt wichtiger Handelswege entwickelte sich Lauriacum durch die Stationierung der Legio II Italica an der Wende vom 2. zum 3. Jahrhundert n. Chr. zum größten und wichtigsten militärischen Stützpunkt der Provinz Noricum und in Folge zu einem Zentrum des frühen Christentums an der österreichischen Donau.


Schlossmuseum Linz

Lange Nacht der Museen
mit Vermittlungsprogramm zur archäologischen Dauerausstellung


Vorträge zum Welterbe im Schlossmuseum Linz

Univ. Prof. Dr. Timothy Taylor (Universität Wien)
Prof. Dr. C. Sebastian Sommer (Deutsche Limeskommission)

Professor Taylor wird zum Thema Seeuferrandsiedlungen: Theorie und Praxis referieren.

Der Vortrag bietet einen Überblick zur aktuellen transdisziplinären Forschung hinsichtlich menschlicher Aktivitäten in der Urgeschichte im Bereich der voralpinen Seeregion Oberösterreichs und präsentiert neue Ergebnisse, die im Rahmen einer Reihe von Kooperationsprojekten an Land und unter Wasser gewonnen werden konnten.

Professor Sommer referiert über Den Raetischen Limes in Bayern, die Deutsche Limeskommission und den Donaulimes in Österreich auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe “Grenzen des Römischen Reiches”

Seit 2005 steht der Obergermanisch-Raetische Limes als Teil der „Grenzen des Römischen Reiches“ als Bodendenkmal mit „außergewöhnlichem universellem Wert“ auf der Welterbeliste der UNESCO. Seit einigen Jahren sind intensive Bemühungen im Gange, im Rahmen eines gemeinsamen Antrags auch den Donaulimes in Österreich zusammen mit dem in Bayern dorthin zu bringen.

In Deutschland hat sich für die damaligen vorbereitenden Arbeiten genauso wie für die Koordination des Managements des sich über vier Bundesländer erstreckenden Denkmals die Deutsche Limeskommission als hervorragendes, heute unverzichtbares Instrument entwickelt. Ausgestattet mit einer hauptberuflichen Geschäftsführung, gesteuert von einer kleinen Gruppe von aus verschiedensten Funktionen heraus berufenen Mitgliedern, dient die DLK als erster Ansprechpartner für UNESCO, ICOMOS, Verwaltungen und interessierte Bürger in allen das spezielle Kulturgut betreffenden Fragen. Sie berät Eigentümer und Planer und initiiert wissenschaftliche Arbeiten. Mit verschiedenen Publikationsorganen informiert sie die Wissenschaft genauso wie die die engagierte Bevölkerung über die vielfältigen Entwicklungen, die sich seit der Eintragung des Limes in die Welterbeliste ergeben haben.


Vorträge zur Archäologie im Ars Electronica Center Linz

Dr. Irene Forstner-Müller (Österreichisches Archäologisches Institut)
Dr. Felix Lang (Universität Salzburg) und Dr. Stefan Traxler (OÖ Landesmuseum)
Mag. Wolfgang Klimesch und MMag. Dr. Martina Reitberger (Archeonova)

13.30 Uhr:
Hisn al Bab

Dr. Irene Forstner-Müller
Hisn al Bab ist eine spätantike und mittelalterliche Festung (5.–10. Jahrhundert n. Chr.) ca. 8 Kilometer von Assuan gelegen, an der ehemaligen Grenze zwischen Ägypten und Nubien. Die ursprüngliche Gründung erfolgte unter den römischen Herrschern Ägyptens und wurde später vom christlichen Königreich von Nubatia übernommen. Danach entwickelte sie sich zu einer großen Siedlung, deren Ruinen auch heute noch außerordentlich gut erhalten sind. Dr. Irene Forstner-Müller vom Österreichischen Archäologischen Institut präsentiert im Deep Space 8K einen virtuellen 3-D-Rundgang durch Hisn al Bab. Möglich macht das ein 3-D-Laserscan und die Visualisierung des Ars Electronica Futurelab.

15.00 Uhr:
Hercules im Kalkbrennofen

Dr. Felix Lang und Dr. Stefan Traxler
In Lauriacum/Enns wurde 2008 die bislang größte römische Kalkbrennofenbatterie in den Rhein-Donau-Provinzen entdeckt. 2016 begann die Freilegung des am besten erhaltenen Ofens als Vorprojekt zur OÖ. Landesausstellung 2018. Nun werden die ersten Ergebnisse dieser Grabungskampagne und die spektakulärsten Funde erstmals in einem öffentlichen Vortrag präsentiert.

16.30 Uhr:
Ars vivendi et Ars moriendi an der Nordgrenze des römischen Imperiums

Mag. Wolfgang Klimesch und MMag. Dr. Martina Reitberger
Dieser Vortrag zeigt, dass sich aus den materiellen Hinterlassenschaften einer Hochkultur immer wieder hochspannende neue Erkenntnisse über das zivile und militärische Leben gewinnen lassen. Belegt durch Beispiele neuerer Ausgrabungen aus Enns (Lauriacum), Kronstorf und Schlögen wird versucht, die Lebenswelt der Römer zu rekonstruieren.

Für Mitglieder der Gesellschaft für Archäologie in OÖ besteht die Möglichkeit mit einem Tagesticket die Veranstaltung an beiden Tagen zu besuchen


Vorträge zur Archäologie im Ars Electronica Center Linz

Mag. Henrik Pohl (Kuratorium Pfahlbauten, OÖ Landesmuseum)
Mag. Hans Reschreiter (Naturhistorisches Museum Wien)

15.00 Uhr:
Ein Tauchgang zum UNESCO-Welterbe der Pfahlbauten 

Mag. Henrik Pohl
Begleiten Sie den Grabungsleiter Henrik Pohl auf einen Tauchgang in die faszinierende Welt der Pfahlbauten. Lernen Sie einzigartige Funde aus den Pfahlbauten des internationalen UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ kennen und informieren Sie sich über die aktuellen Forschungsergebnisse der Unterwasserausgrabungen in Oberösterreich.

16.30 Uhr:
Hallstatt – Fundstücke aus dem prähistorischen Salzbergwerk

Mag. Hans Reschreiter
In Hallstatt wird seit über 7000 Jahren Salz produziert. Diese Jahrtausende haben eine ganze Region geprägt – das Salzkammergut. Weltweit findet sich kein anderer Landstrich, der auf eine längere Industrie- und Kulturgeschichte zurückblicken kann. Mag. Hans Reschreiter gibt Einblicke in eine Region, die nicht nur landschaftlich fantastisch ist, sondern auch eine einzigartige, spannende Geschichte aufweist.

Für Mitglieder der Gesellschaft für Archäologie in OÖ besteht die Möglichkeit mit einem Tagesticket die Veranstaltung an beiden Tagen zu besuchen


Deep-Space-Wochenende: Abenteuer Archäologie

Am 5. und 6. November widmet das AEC ein ganzes Wochenende der Archäologie. Im Deep Space 8K erwarten Sie spannende Vorträge, hochauflösende Bilder und eindrucksvolle Visualisierungen eines dreidimensionalen Laserscans, durch den Statuen, Bauwerke und ganze Straßenzüge auf 16 mal 9 Meter Projektionsfläche überlebensgroß dargestellt werden können.

1-, 2- und 3-spaltige Inserate