Ar­­­­chäo­­­­lo­­­­gie?

Von Altgriechisch: ‚archaios‘ (alt, ursprünglich) und ‚logos‘ (Wort, Kunde)
Ausgrabung Steinpass.
aus Sonius #21

Im antiken Griechenland wird im Allgemeinen die Lehre von der (eigenen) Vergangen­heit, die (Ur‑)Geschichte einer Region als άρχαιολογία = Alter­tums­­kunde bezeichnet. Heute ist die Archäo­logie „eine ‚grenzen­lose’ Wissen­schaft in dem Sinne, dass sie sich der Erforschung vergan­gener Kul­turen auf der Basis ihrer materiellen Hinter­lassen­schaften widmet“ (Manfred K. H. Eggert). ‚Grenzen­los’ in geo­graphischer Hinsicht: alle Erdteile, alle einmal besiedelten Re­gionen; ‚gren­zen­los’ im chrono­lo­gischen Kon­text: von der archäo­logischen Erforschung der frühesten Ho­mi­ni­den bis zur Neu­zeit­archäo­logie; ‚grenzenlos’ auch in metho­discher Hin­sicht: von der klas­sischen Aus­gra­bung über mo­der­ne Pro­spek­tions­me­tho­den bis hin zu hoch­techno­logischen Analysen.

Unsere Gesellschaft widmet sich vor allem der Archäo­logie in Ober­österreich, blickt jedoch über die Grenzen des Landes hinaus.

Forschungstaucherinnen beim Arbeiten mit dem Unterwassersauggerät.
Seewalchen, Attersee. Foto: Henrik Pohl

Besondere Bedeutung innerhalb der Altertums­kunde im antiken Griechen­land kann dem Dialog zwischen Sokrates und Hippias von Elis beigemessen werden, der bei Platon (427–347 v. Chr.) im „Hippias maior“ (p.285b-d) mani­festiert ist. Sokrates versucht herauszufinden, wofür die Lakedai­monier (Spartaner) Hippias engagiert haben. Astro­nomie, Geometrie, Zahlen­­lehre oder Vers­lehre können die meist als einfach und kriegerisch charakterisierten Leute in Sparta nicht beeindrucken …

Sokrates: „Aber was ist es denn, worüber sie [die Lakedaimonier] dir gerne zuhören und Beifall geben? Sage es mir selbst: denn ich finde es nicht.“

Hippias: „Über die Geschlechter, o Sokrates, sowohl der Heroen als der Menschen, und die ersten Ansiedelungen, wie vor alters die Städte ge­gründet wurden, und, um es kurz zu sagen, über die ganze άρχαιολογία (Alter­tums­kunde) hören sie am liebsten, sodass ich um ihret­willen genötigt bin, alles Der­artige von Grund aus kennen zu lernen und einzuüben.“

PZP-Mitarbeiter Torsten Riese (im Hintergrund) und Jens Wegmann mit Magnetometer in Steinhaus bei Wels. Foto: Stefan Traxler

In Europa entwickelte sich die Archäologie um 1450, als man begann, nach Beweisen für die in antiken Texten beschriebenen Ereignisse zu suchen. Cyriacus von Ancona, ein italienischer Kauf­mann und Humanist, gilt als einer der Begründer der modernen Klassischen Archäologie. Da die Archäologie eine relativ junge Wissenschaft ist, haben sich zahlreiche Fach­richtungen herausgebildet. Diese können sich auf bestimmte Epochen, wie die Bronzezeit-, Eisenzeit- und Mittel­alter­archäologie, oder auf Regionen, wie die Alpen­archäologie, konzentrieren. Darüber hinaus gibt es Spezialisierungen auf spezifische Themengebiete.

Freilegung eines dem Hercules geweihten Altares in Lauriacum/Enns. Foto: OÖ Landesmuseum

Auf diesen Seiten finden Sie nähere Infor­ma­tionen zu Projekten, die unter Mit­­wir­kung unserer Gesell­­schaft durch­geführt wurden, zu Themen, die uns wichtig sind, zu ober­­öster­­reich­ischen Museen, die kleinere und größere archäo­­logische Samm­lungen beher­bergen, sowie zu aktueller Literatur.

„Das Grundproblem der Interpretation archäologischer Quellen besteht darin, dass diese erst zum ‘Sprechen’ gebracht werden müssen.“

G. Fülle – F. Herklotz – A. Kohring
Körpergrab aus dem Gräberfeld Am Lagergraben. Gräberfelder von Lauriacum/Enns. Foto: BDA
Das Gräberfeld von Micheldorf-Am Stein. Studierende legen unter Anleitung die Skelette frei. Foto: M. Reitberger-Klimesch/OÖLKG
Gräberfeld Espelmayrfeld 1952. Foto: OÖLKG